Wer sind die Nachfahren der Inkas und wie sehen sie, von Europa aus, ihre alte Kultur? Rilo ein Nachfahre der Inka berichtet in einem Interview mit Michael Suitner über die Inka Kultur.

Rilo
Rilo Ascue stammt aus Apurimac / Peru und lebt in Österreich. Das Erbe seiner Vorfahren, der Inka - ist ihm ein Anliegen. Er veranstaltet Schulprojekte, in denen er Kindern in Workshops indianische Kultur und Kunsthandwerk näher bringt. Rilo organisiert Ausstellungen über die Kultur der Inka in Europa und Asien, zuletzt in Taiwan.
Rilo, Was fasziniert Dich an der Kultur der Inka?
Die Inka sahen sich als Teil der Natur, gleichberechtigt, aber nicht übergeordnet. Hier in Europa glauben die Menschen sehr häufig, dass sie der Natur überlegen sind - obwohl man ja sieht, dass dies nicht der Fall ist. Die Indianer sehen sich selbst als eine Einheit mit dem Kosmos. Dies drückt sich auch darin aus, dass der oberste Inka - Gott “Viracocha” heißt, was wörtlich übersetzt “der Kosmos in Bewegung” bedeutet.
Wie siehst Du das Leben hier in Europa im Gegensatz zu Peru. Gibt es Lebensaspekte, die Du gerne von Peru nach Europa mitgebracht hättest?
Beide Lebensweisen haben ihre positiven Seiten: Bei mir zu Hause in Apurimac haben wir beispielsweise keine Haustüren, weil sich das Leben mehr draußen als drinnen abspielt. Dadurch hat die dörfliche Gemeinschaft und das Zusammenleben mit den Nachbarn einen viel höheren Stellenwert. In Europa zieht man sich mehr ins Haus zurück und genießt die Behaglichkeit der eigenen 4 Wände. Auch gibt es keine derart hohe Wohnkultur in Peru, die Häuser sind eher spärlich eingerichtet.
Leben die Menschen in Peru intensiver mit der Natur oder ist mit der Inka Kultur auch dieses Erbe untergegangen?
Es gibt einige wenige Regionen, in denen die Lehren der vergangenen Kulturen der Indianer fortgesetzt werden, wie zum Beispiel im Amazonasgebiet oder auch bei uns in Apurimac. Indianische Heilsubstanzen werden aber auch heute noch von vielen verwendet, auch Schamanismus wird bis heute praktiziert. Die Menschen haben den Kontakt zu den alten Lehren noch nicht verloren, haben sich das Bewußtseins der Einheit zwischen Mensch und Natur, zwischen Pachamama (Mutter Erde) und Tayta Inti (Vater Sonne) erhalten. Ich danke meinen Eltern, dass sie mir diese Werte, Respekt und Selbstvertrauen weitergegeben haben. Ich versuche, diese Werte der Indianer an andere Menschen zu vermitteln.
Gibt es indianische Heilmittel, die hier in Europa noch unbekannt sind und die du gerne in Europa einführen würdest?
Es gibt viele heilwirkende Pflanzen und Mittel (z.B. maca, muna, una de gato, quihucha und natürlich K´atú), welche die Menschen verwenden könnten, um ihren Lebens-Rhythmus besser kontrollieren zu können. Gesundheit, Wohlbefinden und Spiritualität werden dadurch stimuliert.
Vielen Dank für das Gespräch, Rilo, el hijo del sol !
Rilo können Sie auch auf seiner Webseite http://www.rilo.at.tf besuchen oder per E-Mail riloascue(at)yahoo.com mit ihm in Kontakt treten. Auf seiner Webseite zeigt er in alter indianischer hergestellte Handwerkskunst seiner Werkstätte.